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Talkin‘ Politics & Religion Without Killin‘ Each Other


1 David French | Friends or Enemies? Overcoming Divides with Justice, Kindness, and Humility in a Polarized America 1:15:36
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In this episode, we welcome back David French, columnist for The New York Times , former constitutional attorney, and author of Divided We Fall . We discuss the current state of American democracy, the challenges of political division, and how we can engage in civil discourse despite deep ideological differences. David also shares a personal update on his family and reflects on the profound trials and growth that come with adversity. 📌 What We Discuss: ✔️ How David and his family navigated the challenges of a serious health crisis. ✔️ The rise of political polarization and the factors driving it. ✔️ Why distinguishing between “unwise, unethical, and unlawful” is crucial in analyzing political actions. ✔️ How consuming different perspectives (even opposing ones) helps in understanding political dynamics. ✔️ The role of Christian values in politics and how they are being redefined. ⏳ Episode Highlights 📍 [00:01:00] – David French’s background and his journey from litigation to journalism. 📍 [00:02:30] – Personal update: David shares his wife Nancy’s battle with cancer and their journey as a family. 📍 [00:06:00] – How to navigate personal trials while maintaining faith and resilience. 📍 [00:10:00] – The danger of political paranoia and the pitfalls of extreme polarization. 📍 [00:18:00] – The "friend-enemy" paradigm in American politics and its influence in Christian fundamentalism. 📍 [00:24:00] – Revisiting Divided We Fall : How America’s divisions have devolved since 2020. 📍 [00:40:00] – The categories and differences of unwise, unethical, and unlawful political actions. 📍 [00:55:00] – The balance between justice, kindness, and humility in political engagement. 📍 [01:00:00] – The After Party initiative: A Christian approach to politics focused on values rather than policy. 💬 Featured Quotes 🔹 "You don't know who you truly are until your values are tested." – David French 🔹 "If we focus on the relational, we can have better conversations even across deep differences." – Corey Nathan 🔹 "Justice, kindness, and humility—if you're missing one, you're doing it wrong." – David French 🔹 "The United States has a history of shifting without repenting. We just move on." – David French 📚 Resources Mentioned David French’s Writing: New York Times David’s Book: Divided We Fall The After Party Initiative – More Info Advisory Opinions Podcast (with Sarah Isgur & David French) – Listen Here 📣 Call to Action If you found this conversation insightful, please: ✅ Subscribe to Talkin' Politics & Religion Without Killin' Each Other on your favorite podcast platform. ✅ Leave a review on Apple Podcasts, Spotify, or wherever you listen: ratethispodcast.com/goodfaithpolitics ✅ Support the show on Patreon: patreon.com/politicsandreligion ✅ Watch the full conversation and subscribe on YouTube: youtube.com/@politicsandreligion 🔗 Connect With Us on Social Media @coreysnathan: Bluesky LinkedIn Instagram Threads Facebook Substack David French: 🔗 Twitter | BlueSky | New York Times Our Sponsors Meza Wealth Management: www.mezawealth.com Prolux Autogroup: www.proluxautogroup.com or www.granadahillsairporttransportation.com Let’s keep talking politics and religion—with gentleness and respect. 🎙️💡…
Constanze Geiger: Porträt einer vergessenen Komponistin
Manage episode 458347258 series 2437654
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Als Raimund Lissy, Mitglied der Wiener Philharmoniker, im Januar 2024 auf ein Konzertprogramm ausschließlich mit Wiener Komponistinnen stieß, da blieb er vor allem bei der Musik einer Komponistin hängen: Constanze Geiger. „Besonders haben mich bei Constanze Geiger die zahlreichen Berührungspunkte mit der Strauss-Familie fasziniert“, erinnert sich Lissy, „und die Tatsache, dass zu einer Zeit, als Constanze noch ein Kind war, ihre Walzer sowohl von Johann Strauss Vater als auch von Johann Strauss Sohn aufgeführt wurden. Und dies mit großem Erfolg, auch für die Komponistin.“
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Porträt einer bislang unbekannten Komponistin
„Es liegt ein eigener Zauber in diesem Wunderkinde!“, schreibt die zeitgenössische Presse über Constanze Geiger. Philharmoniker und Autor Raimund Lissy setzt dieses Zitat in den Titel seiner jetzt erschienenen Geiger-Biografie. Er zeichnet das beeindruckende Porträt einer bislang kaum bekannten Komponistin, Pianistin und Schauspielerin aus dem Wien des 19. Jahrhunderts, die dann einen Prinzen von Sachsen-Coburg und Gotha heiratet, Benefizflügel stiftet, einen eigenen Radetzkymarsch schreibt und schließlich, im Jahr 1890, als großzügige Charity-Lady in Paris verstirbt.Grundstein für weitere wissenschaftliche Beschäftigung mit Geiger
Constanze Geiger wird 1835 in Wien geboren. Ihr Vater ist als Musikerlehrer am kaiserlichen Hof beschäftigt. Eine Oper von ihm wird am Kärntertortheater gespielt, zudem ist er Ehrenmitglied der renommierten Accademia di Santa Cecilia in Rom. Dann wird das musikalische Talent der Kleinen entdeckt. Bereits mit 9 Jahren legt Constanze erste Kompositionen vor. „Gleich zwei Walzer (…) erklangen bei Dommayer und bei einem Ball im Sophienbadsaal, jeweils unter der Leitung von Johann Strauss Sohn, aber auch im Leopoldstädter-Theater als Musik zwischen den zwei Akten einer Theateraufführung“, schreibt Lissy. „Die Walzer wurden in den Zeitungen als ‚anmuthig und frisch‘ und als ‚liebliche, artige‘ Kompositionen beschrieben. Bei dem Ball im Sophienbadsaal musste der Walzer mehrere Male wiederholt werden.“ Eine Romanbiografie ist Reinhold Lissys Arbeit über Constanze Geiger nicht, das kann man getrost sagen. Der Philharmoniker hat vielmehr Leben und Werk des Wiener Multitalents wissenschaftlich genau aufgearbeitet und damit einen wichtigen Grundstein gelegt, der weitere Forschungen erst möglich macht.Mini-Kapitel fördern den Lesefluss
Der Lesefluss entfaltet sich vor allem in den sogenannten „Apropos“-Abschnitten des Buches. Das sind eingestreute Mini-Kapitel, die Themen beleuchten, die im Zusammenhang mit Constanze Geigers Biografie und ihrer Musik stehen: etwa jener Familienausflug 1847, als die Geigers in Paris den verwirrten Gaetano Donizetti besuchen. Constanzes Vater schreibt dazu: „An der Seite des Geisteskranken weilten sein Bruder aus Bergamo und sein Neffe. Als Donizetti aus dem Schlummer erwachte, ersuchte mich sein Neffe eine Piece auf dem Pianoforte vorzutragen. Ich spielte mit beklommenem Herzen (…) aus der Oper: ,Linda‘. Ich, meine Frau und Constanze, brachen in ein lautes Weinen aus. Donizetti blickte theilnahmslos auf uns, ohne ein Wort zu sprechen, denn, er hatte weder seine Verehrer noch seine Composition in der Erinnerung behalten.“ Chronologisch zeichnet Raimund Lissy in seinem aktuellen Buch den Lebensweg der jungen Constanze Geiger nach, die als Klavier- und Kompositions-Wunderkind und später auch als Schauspielerin von sich reden macht.Rückzug von der Bühne mit 24 Jahren
Bereits 1859 findet der letzte belegte Auftritt von Constanze Geiger statt. Lissys Buch ist dementsprechend zweigeteilt. Ab dann nennt sich die Wienerin nämlich „Baronin Constanze von Ruttenstein“. Lissy schreibt: „Mit der Hochzeit zog sie sich von der Bühne gänzlich zurück. Ihre Kompositionen für Kammer- und Kirchenmusik wurden aber weiterhin aufgeführt. (…) 1865 widmete Carl Michael Ziehrer Constanze von Ruttenstein und ihrem Ehemann seinen Walzer ,Harmonische Wellen‘.“ Auch Anton Bruckner führt in der Wiener Augustinerkirche Musik von Constanze Geiger auf, wie das umfangreiche Werkverzeichnis inklusive Aufführungsdokumentation in Lissys Buch verrät.Ein Wunder-Walzer-Wutzerl im positivsten Sinne
Abschließend findet sich dort auch noch ein wertvoller Essay von Lissys Lektorin Marion Linhardt, Privatdozentin für Theaterwissenschaft an der Universität Bayreuth. Sie nimmt Constanzes Schauspiel-Karriere in den Blick. Dabei erstaunen nicht nur die teils überzogenen Lobeshymnen, sondern auch die bis zur Bösartigkeit reichenden Kritiken der damaligen Presse:Eiapopeia, was gackert im Stall? Ganserl, das gackert für morgigen Ball!Zweifellos: Constanze Geiger war ein Wunder-Walzer-Wutzerl im positivsten Sinne. Raimund Lissys Biografie huldigt daher nicht nur einer vergessenen Großen von damals, sondern beweist einmal mehr, dass auch komponierende Frauen beim Dreivierteltakt die „Führung“ übernehmen können und dass Constanze und Co an Renommé und Geschäftstüchtigkeit den Männern ihrer Zeit sicher nicht unterlegen sind. Ebenso wenig die Qualität ihrer Kompositionen.
Schlumm’re, mein Wutzerl, O schlumm’re nur süß – (…)
Denn in Dir, mein Stutzerl, Lebt Beethoven und Ries!
D’rum schlumm’re, mein Plutzerl, Kriegst morgen Anis!Quelle: aus „Schlummerlied an ein Wunder-Walzer-Wutzerl“
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Porträt einer bislang unbekannten Komponistin
„Es liegt ein eigener Zauber in diesem Wunderkinde!“, schreibt die zeitgenössische Presse über Constanze Geiger. Philharmoniker und Autor Raimund Lissy setzt dieses Zitat in den Titel seiner jetzt erschienenen Geiger-Biografie. Er zeichnet das beeindruckende Porträt einer bislang kaum bekannten Komponistin, Pianistin und Schauspielerin aus dem Wien des 19. Jahrhunderts, die dann einen Prinzen von Sachsen-Coburg und Gotha heiratet, Benefizflügel stiftet, einen eigenen Radetzkymarsch schreibt und schließlich, im Jahr 1890, als großzügige Charity-Lady in Paris verstirbt.Grundstein für weitere wissenschaftliche Beschäftigung mit Geiger
Constanze Geiger wird 1835 in Wien geboren. Ihr Vater ist als Musikerlehrer am kaiserlichen Hof beschäftigt. Eine Oper von ihm wird am Kärntertortheater gespielt, zudem ist er Ehrenmitglied der renommierten Accademia di Santa Cecilia in Rom. Dann wird das musikalische Talent der Kleinen entdeckt. Bereits mit 9 Jahren legt Constanze erste Kompositionen vor. „Gleich zwei Walzer (…) erklangen bei Dommayer und bei einem Ball im Sophienbadsaal, jeweils unter der Leitung von Johann Strauss Sohn, aber auch im Leopoldstädter-Theater als Musik zwischen den zwei Akten einer Theateraufführung“, schreibt Lissy. „Die Walzer wurden in den Zeitungen als ‚anmuthig und frisch‘ und als ‚liebliche, artige‘ Kompositionen beschrieben. Bei dem Ball im Sophienbadsaal musste der Walzer mehrere Male wiederholt werden.“ Eine Romanbiografie ist Reinhold Lissys Arbeit über Constanze Geiger nicht, das kann man getrost sagen. Der Philharmoniker hat vielmehr Leben und Werk des Wiener Multitalents wissenschaftlich genau aufgearbeitet und damit einen wichtigen Grundstein gelegt, der weitere Forschungen erst möglich macht.Mini-Kapitel fördern den Lesefluss
Der Lesefluss entfaltet sich vor allem in den sogenannten „Apropos“-Abschnitten des Buches. Das sind eingestreute Mini-Kapitel, die Themen beleuchten, die im Zusammenhang mit Constanze Geigers Biografie und ihrer Musik stehen: etwa jener Familienausflug 1847, als die Geigers in Paris den verwirrten Gaetano Donizetti besuchen. Constanzes Vater schreibt dazu: „An der Seite des Geisteskranken weilten sein Bruder aus Bergamo und sein Neffe. Als Donizetti aus dem Schlummer erwachte, ersuchte mich sein Neffe eine Piece auf dem Pianoforte vorzutragen. Ich spielte mit beklommenem Herzen (…) aus der Oper: ,Linda‘. Ich, meine Frau und Constanze, brachen in ein lautes Weinen aus. Donizetti blickte theilnahmslos auf uns, ohne ein Wort zu sprechen, denn, er hatte weder seine Verehrer noch seine Composition in der Erinnerung behalten.“ Chronologisch zeichnet Raimund Lissy in seinem aktuellen Buch den Lebensweg der jungen Constanze Geiger nach, die als Klavier- und Kompositions-Wunderkind und später auch als Schauspielerin von sich reden macht.Rückzug von der Bühne mit 24 Jahren
Bereits 1859 findet der letzte belegte Auftritt von Constanze Geiger statt. Lissys Buch ist dementsprechend zweigeteilt. Ab dann nennt sich die Wienerin nämlich „Baronin Constanze von Ruttenstein“. Lissy schreibt: „Mit der Hochzeit zog sie sich von der Bühne gänzlich zurück. Ihre Kompositionen für Kammer- und Kirchenmusik wurden aber weiterhin aufgeführt. (…) 1865 widmete Carl Michael Ziehrer Constanze von Ruttenstein und ihrem Ehemann seinen Walzer ,Harmonische Wellen‘.“ Auch Anton Bruckner führt in der Wiener Augustinerkirche Musik von Constanze Geiger auf, wie das umfangreiche Werkverzeichnis inklusive Aufführungsdokumentation in Lissys Buch verrät.Ein Wunder-Walzer-Wutzerl im positivsten Sinne
Abschließend findet sich dort auch noch ein wertvoller Essay von Lissys Lektorin Marion Linhardt, Privatdozentin für Theaterwissenschaft an der Universität Bayreuth. Sie nimmt Constanzes Schauspiel-Karriere in den Blick. Dabei erstaunen nicht nur die teils überzogenen Lobeshymnen, sondern auch die bis zur Bösartigkeit reichenden Kritiken der damaligen Presse:Eiapopeia, was gackert im Stall? Ganserl, das gackert für morgigen Ball!Zweifellos: Constanze Geiger war ein Wunder-Walzer-Wutzerl im positivsten Sinne. Raimund Lissys Biografie huldigt daher nicht nur einer vergessenen Großen von damals, sondern beweist einmal mehr, dass auch komponierende Frauen beim Dreivierteltakt die „Führung“ übernehmen können und dass Constanze und Co an Renommé und Geschäftstüchtigkeit den Männern ihrer Zeit sicher nicht unterlegen sind. Ebenso wenig die Qualität ihrer Kompositionen.
Schlumm’re, mein Wutzerl, O schlumm’re nur süß – (…)
Denn in Dir, mein Stutzerl, Lebt Beethoven und Ries!
D’rum schlumm’re, mein Plutzerl, Kriegst morgen Anis!Quelle: aus „Schlummerlied an ein Wunder-Walzer-Wutzerl“
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Treffpunkt Klassik

Jodeln auf See Selten ist die Rede vom Jodeln auf See, denn die Dirigentin, Komponistin, und professionelle Jodlerin Anita Biebl begeistert 200 singfreudige Menschen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz auf einer Fähre zwischen Travemünde und Helsinki. Gemeinsam steht man auf dem Hubschrauberlandeplatz unter wolkenlosem Himmelszelt und lässt die Welt hinter sich und einfach mal los, so wie es beim Jodeln sein soll Und das ist ja beim Jodeln auch, man ruft was raus, man lässt was los, man geht aus seiner Komfortzone raus, zeigt sich mutig und macht einen Freudenruf oder so und das passt halt hier auch sehr gut. Freudenrufe oder so und das passt halt hier auch sehr gut. Quelle: Anita Biebl, Dirigentin, Komponistin und professionelle Jodlerin Im Frühjahr und im Herbst wird die Fähre zwischen Deutschland und Finnland mehr und mehr auch zum Kulturtransfer, doch Ausgangspunkt ist und bleibt die Freude am Instrument Stimme. Das Repertoire reicht vom Jodeln, zu Popsongs, über Stimmbildung, zu Schlagern und Shantys. Flashmob in Helsinki Die Einladung zum Singen aus voller Kehle für die Seele von Patrick Bopp ist vielen an Bord aus dem Raum Stuttgart, Ulm und Tübingen vertraut und einer der Gründe an Bord zu sein – andere folgen zunächst skeptisch in den Speisesaal umgeben von Fenstern und somit mit freier Sicht auf die See. Nach wenigen Minuten schmettern auch die zunächst zögerlichen Gäste vergnügt Schlager und Evergreens - für den bevorstehenden „Singen auf See-Flashmob“ in Helsinki plant der routiniert improvisierende Sänger nichts geringeres als eine finnische Polka. Ich glaube, genau diese vermeintliche Überforderung bringt einen dazu, man muss einfach die Kontrolle aufgeben und dann sind Dinge möglich, die man eben nie hätte ansteuern können. Und das sind so diese Glücksmomente. Das kann man ja auf alles Mögliche übertragen, nicht nur auf Sprache und Singen, sondern auf Lebenssituationen noch und nöcher. Quelle: Patrick Bopp, Sänger 206 Sängerinnen und Sänger bringen ein aussagestarkes Programm an Land in Helsinki auf die Treppenstufen vor den Dom – einen alpenländischen Jodler, besungenes Menschenrecht und eine finnische Polka – vier Tage singend auf See – vier Stunden in Helsinki – dann zurück bei strahlend blauem Himmel, sternklaren Nächten und einem Hauch von Nordlichtern – das wirkt tatsächlich so, als sei man vorübergehend in einer anderen - in einer unsagbar wohltuend stimmigen Welt gewesen, was sicherlich lange nachklingen wird.…
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1 Ohne Zink und ohne Blei: Erste Trompete für Allergiker vorgestellt 9:37
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Max Hertlein baut im Vogtlandkreis Trompeten. Doch nicht irgendwelche Trompeten, sondern allergikerfreundliche Trompeten, ohne Blei und ohne Zink. Wie es zu diesem Besonderen Instrument gekommen ist und warum sie sogar besser klingt als herkömmliche Trompeten, erklärt er im Musikgespräch.
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1 Musikhochschulen: Noch immer zu wenig Frauen auf Professuren 6:01
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Mehr Frauen auf Professuren – das ist das Ziel an allen Musikhochschulen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Zwar hat sich viel getan in den vergangenen Jahren, aber an eine Parität von Fifty-fifty ist bei weitem nicht zu denken. Wann wird sich der hohe Frauenanteil unter den Studierenden auch in den Professuren widerspiegeln? Sven Scherz-Schade hat sich für SWR Kultur an Musikhochschulen im Sendegebiet umgehört.…
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1 „The last Castrato“: Der Countertenor Franco Fagioli würdigt Giovanni Battista Velluti 5:58
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Einer der letzten Kastraten auf den Opernbühnen des 19. Jahrhunderts war der Italiener Giovanni Battista Velluti. Ihm hat jetzt der argentinische Countertenor Franco Fagioli ein Album gewidmet: „The last Castrato“. SWR-Kritiker Manuel Brug meint: „Mit 43 Jahren ist bei Fagioli allerdings schon ein wenig der Countertenor-Lack ab.“…
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1 So war der Auftakt des Berliner Festivals „MaerzMusik“ 10:35
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Likt10:35
Die MaerzMusik, das Berliner Festival für Neue Musik, steht in diesem Jahr mehr denn je im Zeichen der Gegenwart. Es widmet sich bis 30. März „soziopolitischen, kulturellen und ökologischen Dringlichkeiten“ und fragt nach neuen Wegen des Zusammenlebens. Im Gespräch mit SWR Kultur berichtet SWR-Musikredakteurin Lydia Jeschke vom Festival-Auftakt.…
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1 Die „Next Generation Piano“ in der ARD Mediathek 2:47
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In der ARD Mediathek gibt es nicht nur Livemittschnitte von Konzerten der ARD-Klangkörper, sondern auch Playlists und stilvoll in Szene gesetzte Studioproduktionen – neuerdings auch zehn kurze Videos mit herausragenden jungen Pianist*innen in einem bunt ausgeleuchteten Studio: „Next Generation Piano“. Warum diese Produktion klanglich und visuell besonders ansprechend geworden sind, erläutert Ulrich Wiederspahn vom ARD-Klassik-Team.…
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1 Leidenschaftlich brennend: Das Calens Vokalensemble 6:29
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Sie kommen aus der Stuttgarter Musikhochschule, und ihr Name „Calens“ verweist bereits auf ihr künstlerisches Credo: „leidenschaftlich brennend“. Die jungen Musiker*innen des Calens Vokalensembles singen erst seit 2022 zusammen, gewannen aber beim renommierten A-cappella-Wettbewerb in Leipzig bereits mehrere Preise. Eva Pobeschin über die bisherige Erfolgsgeschichte des jungen Ensembles.…
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1 Das Orchester der Kulturen aus Stuttgart und sein neues Album „Das Lied“ 5:19
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Stuttgart ist schon lange eine multikulturelle Stadt. Seit 2010 gibt es dort auch das „Orchester der Kulturen“. Was zunächst mit überwiegend türkischen Instrumenten begann, bringt inzwischen Musiker*innen aus aller Welt zusammen. Am 21. März feiert das Orchester das Release seines neuen Albums „Das Lied“ mit einem Konzert in der Stuttgarter Liederhalle. Sophie-Caroline Danner hat mit dem Orchestergründer Adrian Werum über das neue Album gesprochen.…
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1 Eine Fundgrube für Bizet-Fans: Vier CDs feiern den unbekannten Georges Bizet 5:57
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Weltersteinspielung Es gibt Kompositionen, die der Komponist selbst nie gehört hat. Das gilt keineswegs nur für Beethoven. Zum Beispiel die Ouvertüre in a-Moll geschrieben von Georges Bizet – aber er hatte kein Orchester dafür. Diese verschollene Ouvertüre von Georges Bizet tönt romantisch in a-Moll, sie ist ausufernd mehrteilig wie eine Opernouvertüre und liegt jetzt erstmals in einer Einspielung vor, mit dem „Orchestre National de Metz Grand Est“ unter Leitung von David Reiland. Vermutlich ist sie ein Jugendwerk. Doppel-Jahrestag Bizet begann seine Laufbahn früh, er war so etwas wie ein Wunderkind. Mit neun Jahren nahm man ihn, per Sondergenehmigung, auf am Pariser Konservatorium. „Talent ist nicht abhängig vom Alter“, schreibt Alexandre Dratwicki, der musikwissenschaftliche „Mastermind“ vom Palazzetto Bru Zane, im Vorwort zu der brandneuen Bizet-Box dieser Stiftung – ediert zum 150sten Todestag des Komponisten, zugleich aber auch zur Feier der 150sten Wiederkehr der Uraufführung der Oper „Carmen“. Das war zeitlebens der größte Erfolg von Bizet gewesen. Manche behaupten sogar: Der einzige. Was nicht ganz zutrifft! Zum Beweis könnte „ La marguerite a fermé sa corolle! “ dienen. Diese Arie, im Stil eines Boleros, gilt als ein Paradestück für alle Soprane. Schon Erna Sack hat sie gesungen, Joan Sutherland, Cecilia Bartoli. Das Stück „Vasco de Gama“, woraus dieser Hit stammt, blieb allerdings unbekannt. Hervorragende Besetzung „Vasco de Gama“ ist eine symphonische Ode. So nannte der zweiundzwanzigjährige Georges Bizet dieses bizarre Machwerk. Es ist eine Kreuzung zwischen Oratorium und Konzert, mit Sturm-Musik und Gebet, bestens geeignet für die Bühne. „ Vasco de Gama“ wurde vom Palazzetto Bru Zane komplett ersteingespielt und hervorragend besetzt: Melissa Petit singt die Sopranpartie, der Tenor ist Cyrille Dubois. Ein weiterer fürs Theater zu entdeckender Einakter, ebenfalls hier ersteingespielt, heißt „Clovis et Clothilde“. Damit gewann George Bizet achtzehnjährig den Prix de Rome. Teile daraus hat er später in seinen „Perlenfischern“ recycelt. Ein Tipp für die Opernhäuser und Festivals Schließlich: „Djamileh“, noch ein Einakter, nach einem Stoff von Alfred de Musset. Bizet selbst hat von diesem Werk behauptet: Damit habe er endlich seinen „eigenen Weg“ gefunden. Die Opéra Comique „Djamileh“ war ein Schlüsselwerk für Bizet. Sie sei, sagte er, sein Durchbruch zu „Carmen“ gewesen. Sie ist auch das Herzstück dieser vierteiligen Bizet-Edition und die erste Aufnahme mit historischen Instrumenten. Und in ihrer Wucht und Farbigkeit hoffentlich ein Ansporn für die Opernhäuser und Festivals, zuzugreifen. Raritäten aus der Hand eines Meisters Sieben Ersteinspielungen von verschollenen Werken Georges Bizets bietet diese längst überfällige Edition. Alle übrigen auf den vier CDs präsentierten Stücke sind aber ebenfalls Raritäten. Ich habe Ihnen heute vor allem die für die Bühne bestimmten und geeigneten Werke vorgeführt. „Chromatische Variationen“ hat Georges Bizet, zum Beispiel, eine düstere Studie für Klavier genannt. Sie zeugt von der pianistischen Exzellenz dieses Komponisten, der zu seiner Zeit in Paris auch als Salontastenlöwe herumgereicht wurde. Aber sie zeugt auch von seinem Mut zum Experiment. „Diese Musik“, sagte sein Mentor und Freund Antoine Marmontel, „ist geschrieben von der Hand eines Meisters.“ Genau, so ist es, dem ist nichts hinzu zu fügen.…
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1 Der Jazztrompeter Jakob Bänsch: Ein Rising Star aus Pforzheim 8:31
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Jakob Bänsch ist Jazztrompeter und hat letztes Jahr, mit Anfang 20, den deutschen Jazzpreis gewonnen. Vor kurzem ist sein zweites Album „All the Others“ erschienen. Welche Held*innen er dort vertont und warum er vor allem im Schwarzwald komponiert, berichtet er in SWR Kultur.
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1 Antonio Salieri: Neuentdeckung eines Verkannten 6:00
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Was aber kaum jemand weiß: 2025 ist nicht nur Strauss- sondern auch Salieri-Jahr. 1825, also vor 200 Jahren starb der italienische Wahlwiener in der Donaumetropole, am Zentralfriedhof ist er auch begraben. Zu diesem Anlass wurde – parallel zum Strauss-Jahr – auch ein musikalisches Salieri-Jahr ins Leben gerufen. Parallel dazu ist ein neues Buch im Böhlau Verlag erschienen, das zur „Neuentdeckung eines Verkannten“ einlädt. Andreas Maurer hat es gelesen.…
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1 Der Geiger Christian Tetzlaff bleibt fern: Die Musikkultur unter Trump 3:40
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Eine selbstgerechte Pose? „Das wird den Ami aber wurmen.“ So lautete der Kommentar eines Münchner Musikkritikers, als bekannt wurde, dass der Geiger Christian Tetzlaff aus Protest gegen die Politik von Donald Trump seine geplante USA-Tournee abgesagt hat. Ich fühlte mich wie ein Kind, das einen Horrorfilm sieht. Quelle: Geiger Christian Tetzlaff über die derzeitige politische Situation in den USA Dieser sarkastische Kritiker ist übrigens kein konservativer Knochen, eher ein linksliberaler Feingeist. Hat er Recht? Ist eine Entscheidung wie die von Tetzlaff sinnlos, ist es vielleicht bloß selbstgerechte Pose, als klassischer Musiker das Trump-Amerika zu boykottieren? Ein Konzert in Deutschland: Tetzlaff spielt Mozart Eine Ameise würgt einen Elefanten Einerseits ja: sinnlos. Nämlich dann, wenn man meint, es fiele messbar ins Gewicht. Es gibt den Witz von einem Elefanten, der in einen Ameisenhaufen trampelt: Eine Ameise schafft es bis auf den Rücken des Elefanten und krabbelt ihm in den Nacken, da rufen die anderen Ameisen von unten: „Los, Charly, würg ihn!“ Ähnlich groß dürfte der Eindruck sein, den die Absage eines klassischen Musikers auf einen Präsidenten-Bully macht, der bekannt dafür ist, dass er niemals ein Buch liest. Andererseits ist auch die Klassiknische, so gering ihr politisches Gewicht sein mag, eine heftige Kampfzone. Solidarität mit den amerikanischen Künstlern Trump hat direkt zu Beginn seiner neuen Präsidentschaft auf das Washingtoner Kennedy-Center zugegriffen, dort den fanatischen Kulturkämpfer Richard Grenell als neuen Interimsdirektor installiert: Man will den Klassiktempel von allen linken oder sogenannten woken Impulsen reinigen. Die berühmte Sopranistin Renee Fleming hat sich aus Protest gegen diese rechte Cancel culture als Beraterin zurückgezogen. Eine Entscheidung wie die von Tetzlaff, derzeit nicht in den USA aufzutreten, kann man also auch als Akt der Solidarität mit den amerikanischen Künstlern verstehen, die von Trump zu Feinden des Volkes erklärt werden. Keinen Penny Steuern für das neue Amerika Außerdem gibt es einen ganz konkreten Aspekt: Tetzlaff verwies auf die Steuern, die von seinen Gagen an den amerikanischen Staat abgehen. Auch wenn es für die dortige Milliardärs-Oligarchie nur Peanuts sein mögen, will Tetzlaff das, was der Welt von diesem neuen Amerika droht, mit keinem Penny unterstützen. Und nicht zuletzt mag es auch der eigenen Psycho-Hygiene dienen: keine Teilnahme an irgendeiner Normalitäts-Simulation. Auch das ist legitim. Im Übrigen sind die Kommentare amerikanischer Zeitungsleser in sozialen Medien zu der Tetzlaff-Nachricht überwiegend positiv. Lisa Batiashvili glaubt noch an das gute Amerika Klar, die New York Times-Leser sind das Gegenteil von Trump-Klientel. Aber sie bewerten Tetzlaffs Entscheidung als Zuspruch zu ihrer eigenen Gegenwehr. Auch diese Menschen sind, lieber Herr Musikkritiker, „der Ami“. Im Kennedy-Center wurde übrigens gerade der Vizepräsident J. D. Vance, der dort aufkreuzte, vom Publikum ausgebuht. Auch sowas zeigt, dass die USA natürlich längst nicht an den Autoritarismus verloren sind. Die georgische Geigerin Lisa Batiashvili sagte kürzlich im Interview mit dem Musikmagazin VAN , sie glaube, dass es Amerika gelingen werde, sich das Gute wieder zurückzuholen. Deshalb lehnt sie für sich einen USA-Boykott ab. Sie beharrt auf dem Unterschied zwischen den abgedrifteten USA und absoluten Diktaturen wie Russland oder China, wo Tetzlaff natürlich auch nicht auftritt. Nicht die Hoffnung verlieren Ich finde, beide Standpunkte verdienen Respekt: Batiashvilis und Tetzlaffs. Denn beide stehen ja auf der gleichen Seite von Demokratie und Freiheit. Und, auch das ist leider wahr, weder die eine noch die andere Entscheidung wird den Gang der Welt sonderlich beeinflussen, auch zwei, drei oder mehr Charlys werden den großen Zertrampler nicht erwürgen können. Aber darum geht es vielleicht auch gar nicht. Sondern eher darum, dass Millionen Ameisen nicht die Hoffnung verlieren. Da kann auch eine Ameise den anderen Mut machen und ihnen zurufen: Wir sind noch da, und wir leben! Und ganz bestimmt: Irgendwann kippen auch orange leuchtende Horror-Elefanten um, oder platzen vor Hass.…
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1 Erfolgreich auf YouTube: Countertenor Alois Mühlbacher singt Michael Jacksons „Billie Jean” 7:45
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Ein anderes Publikum ansprechen Der Countertenor Alois Mühlbacher hat Michael Jacksons Hit „Billie Jean“ in einem neo-barocken Gewand neu interpretiert. Damit will er seine Countertenor-Stimme einem Publikum präsentieren, dass eher nicht in Händel-Opern gehen würde. Woher die Idee stammt, warum das Video dazu im Stift St. Florian gedreht wurde und wie das Projekt weitergeht, erzählt er im Gespräch. Es ist super spannend, was so ein unglaublicher Hit mit einem macht, wenn man ihn ernsthaft musiziert. Da entstehen Emotionen, die man sonst nicht so kennt. Quelle: Countertenor Alois Mühlbacher über seine Interpretation von „Billie Jean“ Mühlbacher Version von „Billie Jean“ auf YouTube…
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1 Alfred Brendels neues Buch „Naivität und Ironie“: Mit genügend Gelassenheit 5:12
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Naivität und Ironie als Merkmale eines Genies Was sind die wesentlichen Merkmale eines wahren Genies? Nach einer Aufführung von Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ verfasste der Komponist Carl Friedrich Zelter einen Aufsatz darüber und bezeichnete als wichtigste Merkmale des wahren Genies: Naivität und Ironie. Mit diesen Begriffen ist auch das neue Buch von Alfred Brendel übertitelt. Dazu schreibt er: „Diese beiden Qualitäten erscheinen uns als Gegensätze wie Vertrauen und Zweifel, Unmittelbarkeit und Distanz, Natur und Idee, Einfachheit und Kompliziertheit, Spontaneität und Rationalität. […] Der springende Punkt ist nicht, entweder naiv oder ironisch zu sein, sondern beides.“ Über die musikalischen Bedürfnisse Goethes Die titelgebende Formulierung „Naivität und Ironie“ steht über dem ersten von insgesamt fünf Essays, die die erste Abteilung von Brendels Buch bilden. Der Eingangstext handelt von den „musikalischen Bedürfnissen“ Goethes. Die Musik, so Brendel, war dem berühmten Dichter ein Grundbedürfnis, vor allem in den Formen Lied und Gesang. Brendel wagt auf rund 20 Seiten eine tour d’horizon über ein in weiten Teilen komplexes Thema, das andere Autoren zu ganzen Büchern animiert hat. Insofern ist dieser Essay ein Streifzug, ein Aperçu – nicht mehr, nicht weniger, auswählend, kurzweilig, wissend. Haynd oft unterschätzt Die drei folgenden Essays beschäftigen sich mit den Komponisten, mit denen sich Alfred Brendel auch als Pianist ein Leben lang intensiv auseinandergesetzt hat: Beethoven, Mozart und Haydn, dessen oft unterschätzten Rang Brendel mit wenigen Zeilen auf den Punkt bringt: „Er war ironisch, ‚sophisticated' […], dabei revolutionär, aber auch simpel. Er war der Hausfreund, der immer willkommen ist, uns aber nichts Neues mehr zu bieten hat, oder auch ein Meister der Überraschung und Verblüffung. Er verkörpert zugleich Harmonie und Widerspruch, Risiko und innere Sicherheit.“ Brendel arbeitet genau heraus, warum Haydn den Begriff Genie verdient: weil er nicht nur komponiert, sondern „Musik immer wieder neu erfunden“ hat; weil er mit dem Hörer spielt und wir als Hörerinnen und Hörer dieses Spiel dankbar annehmen. Brendel nennt, ganz konkret, eine Reihe von Ausdrucksmitteln, mit denen Haydn seine einzigartige Wirkung erzielt: „Scheinbare Geistesabwesenheit, die plötzlichen Unterbrechungen, die Motivwiederholungen, das Auf-der-Stelle-Treten, die unvermittelten Kraftausbrüche, die vorgetäuschte Naivität neben der echten, das musikalische Augenzwinkern, der Einfall, ein Werk statt mit dem Anfang mit dem Schluss zu beginnen, das grundlose Insistieren, die Freude am Unerwarteten. Nicht zu vergessen die Pointen der Instrumentation.“ Alfred Brendel spielt Haydns Klaviersonaten Was bedeutet eigentlich Spätstil? Auf die Essays folgen drei sehr unterschiedliche Gespräche mit verschiedenen Gesprächspartnern: zunächst geht es um Ferruccio Busoni, den Pianisten, Komponisten, Pädagogen, Schriftsteller, Herausgeber; anschließend um den Roman als Gattung, schließlich um das Thema Altern, verbunden mit der Frage: Was bedeutet eigentlich Spätstil? Es scheint, als würden im Alter physische Schwächen und Gebrechen durch künstlerische Energie kompensiert. Quelle: Alfred Brendel, Pianist und Autor Alfred Brendel erweist sich in diesem lesenswerten Buch als ein gelassener, beschlagener Conférencier, als jemand, der all seine Erfahrungen nicht plakativ ins Schaufenster stellt, sondern sein lesendes Publikum mit seinen An- und Einsichten gewinnen möchte, locken und verlocken möchte. Wissen und der Umgang mit Wissen können bereichern, ohne erhobenen Zeigefinger. Alle Erfahrung verdient schließlich ein Augenzwinkern. Wenn es einen Altersstil in der Interpretation gibt, dann ist es ein Kompromiss mit der Arthritis. Quelle: Alfred Brendel, Pianist und Autor…
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1 100 Prozent Komponistinnen: Das Female Classics Festival in Basel 6:02
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Für mehr Gleichberechtigung in der Klassik Female Classics, also: Weibliche Klassik – so nennt sich ein Schweizer Netzwerk, das sich für Gleichberechtigung in den Konzertprogrammen einsetzt. Das ist dringend nötig wie eine deutschlandweite Studie von 2021 zeigt: gerade mal 2% aller Werke in den Spielplänen von Berufsorchestern sind von Frauen komponiert – ähnlich sieht es in der Schweiz aus. Eigenes Festival für Musik von Komponistinnen Deshalb macht Female Classics auf die Missstände aufmerksam, vermittelt Wissen zu Komponistinnen und organisiert das gleichnamige Festival. Das Female Classics Festival hat vom 14. bis 16. März 2025 bereits zum vierten Mal stattgefunden, erstmals in Basel in der Skulpturhalle. Inmitten dieser Sammlung von Gipskopien antiker Skulpturen ist ausschliesslich Musik von Komponistinnen gespielt worden.…
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1 Arturo Benedetti Michelangeli: Ein Film über die Magie seines Klavierspiels 8:41
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Ein kompromissloser Künstler „Er war gnadenlos und kompromisslos, was die eigene Kunst betraf“, sagt Philipp Quiring über Arturo Benedetti Michelangeli. Der Filmemacher hat dokumentiert, wie der Pianist Maurice Ravels Klavierkonzert interpretierte und dabei auch zahlreiche Michelangeli-Bewunderer vor die Kamera gebracht. Im Gespräch erzählt er über die einzigartige „Magie von Kontrolle und gleichzeitig Freiheit“, die das Spiel des Künstlers auszeichnete. Ausschnitt aus der Dokumention Die Dokumentation ist am 16. März bei Arte zu sehen und anschließend drei Monate lang in der Arte-Mediathek abrufbar.…
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1 In memoriam Sofia Gubaidulina: Die Komponistin in Selbstzeugnissen 5:48
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„Die Beschäftigung mit der Musik war für mich von Anfang an die Hauptsache meines Lebens“, sagte Sofia Gubaidulina gegenüber SWR Kultur anlässlich ihres 85. Geburtstags im Jahr 2016. Am 13. März ist die große russische Komponistin verstorben.
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1 Gespräch zum Tod der Komponistin Sofia Gubaidulina: „Dem Dunklen etwas Helles gegenüberstellen“ 10:04
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Eine Frau komponiert Neue Musik in der Sowjetunion Sofia Gubaidulina wurde 1931 geboren, kam aus einem nicht-musikalischen Elternhaus, studierte aber Komposition und Klavier in Kasan und Moskau und hat sich dann als Komponistin ein Leben aufgebaut. Das war in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen war sie eine der damals nicht zahlreichen komponierenden Frauen in der Welt und zum anderen war es mit Neuer Musik in der Sowjetunion nicht gerade leicht. Sofia Gubaidulina, so zart und klein diese Person war und so höflich sie auch manchmal auftrat, war eigentlich eine Kämpferin und zwar eine, die mit Extremen leben konnte. Quelle: Lydia Jeschke, Redakteurin für Neue Musik bei SWR Kultur Das System akzeptierte sie nicht Stücke seien nicht aufgeführt worden, die zum Beispiel in eine religiöse Richtung gingen, erzählt Lydia Jeschke weiter. Der Einzige, der sie ermutigt habe, auf ihrem sehr eigenen Weg als Komponistin weiterzugehen, war Dimitri Schostakowitsch. Ihre Lösung war, ihr Leben mit Filmmusik zu finanzieren und ansonsten weitestgehend für die Schublade zu schreiben. Konzertvideo: Das Märchenpoem von Gubaidulina Dem Dunklen etwas Helles gegenüberstellen Allgemein spielte in ihrer Musik das Religiöse, das Spirituelle eine große Rolle. Dabei vermischten sich ganz verschiedene Glaubensrichtungen und Mystizismen, am stärksten sei aber der christliche Einfluss gewesen, so Jeschke. Ihre Diagnose der Gesellschaft, und zwar sowohl in der Sowjetunion als auch dann später im Westen und in Deutschland, war sehr dunkel. Quelle: Lydia Jeschke, Redakteurin für Neue Musik bei SWR Kultur Sie habe in ihrer Musik dann versucht, der erlebten dunklen Welt etwas Helles gegenüberzustellen – und das war meist etwas Religiöses. Mit dieser Religiösität sei sie in der Landschaft der Neuen Musik sicher „eine Insel“ gewesen, „eine Komponistin, die einfach für sich steht“. Dennoch, oder gerade deswegen, wurde und wird sie viel aufgeführt. Sie hatte diese starke Idee: Wir müssen etwas Besseres im Kopf haben als das, was uns umgibt. Quelle: Lydia Jeschke, Redakteurin für Neue Musik bei SWR Kultur Emigration nach Deutschland Mit über 60 Jahren ist Sofia Gubaidulina dann nach Deutschland emigriert. Hier konnte sie noch viele Stücke schreiben und auf der Suche nach neuen Impulsen viel reisen. Anlass für die Emigration war wohl der Zusammenbruch der Sowjetunion, so Jeschke. Gubaidulina neigte dazu „die Apokalypse vor Augen zu sehen“ und sah Chaos ausbrechen. Der Westen, wo sie schon Preise gewonnen hatte, schien ihr ein sicherer Anker zu sein. Sie ließ sich dann in Hamburg nieder und blieb dort bis zu ihrem jetztigen Tod. Wie wird man sie nun in der Musikwelt in Erinnerung behalten? Jeschke glaubt, dass es ihre Beharrlichkeit ist, die auch in ihrer Musik steckt: „dieser ständige Versuch, die anderen zu überzeugen und sich nicht irre machen zu lassen“.…
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1 Ein Rising Star: Die britische Komponistin Dani Howard 6:17
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Die britische Komponistin Dani Howard gilt in Großbritannien als Rising Star. Ihre Werke wurden bereits bei den BBC Proms oder vom London Symphony Orchestra gespielt. Auch in Deutschland wird ihre Musik zunehmend bekannter. Howards Album „Orchestral Works“
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1 Meinolf Brüser: „Es ist alles Windhauch“ – Bach und das Geheimnis der „Kunst der Fuge“ 5:23
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Ein Blick auf das Unvollendete Meinolf Brüsers neues Buch kreist vor allem um die einzige unvollendete Fuge aus Bachs „Kunst der Fuge“ und den eingefügten Choral „Wenn wir in höchsten Nöthen sein“. Der Autor lässt dabei zunächst einmal bewusst alle bisherigen Erkenntnisse außen vor und versucht sich auf eine neue Art und Weise den Problemen rund um die letzte Fuge zu nähern: Wollte Bach sie noch zu Ende bringen? Und wenn ja: wie? Sollte sie überhaupt in den Druck aufgenommen werden? Brüsers Antwort auf die letzte Frage lautet auf jeden Fall eindeutig: ja! „ Wenn wir die Indizien bewerten, so spricht dafür unmittelbar die Überzeichnung des Custos, die von einer darunter liegenden Konzeption zeugt. Darüber hinaus fallen zwei kurze Beweisketten besonders ins Gewicht, die an starke Besonderheiten anknüpfen. Da ist zunächst die Umstellung des Choralvorspiels, dessen Zugehörigkeit zum Druck ohne die abbrechende Fuge nicht plausibel ist [...]“ Ius et musica Indizien und Beweisketten – beide Begriffe sind ein Indiz für Brüsers Methodik. Er bedient sich der Technik der Beweisführung durch verschiedene Indizien. Der Autor stellt zunächst Hypothesen auf, die er dann dadurch wahrscheinlicher werden lässt, dass er alternative Hypothesen ausschließt. So versucht er die Geschichte der Konzeption und des Drucks von Bachs Kunst der Fuge zu rekonstruieren. Vor allem aber möchte er eine Erklärung für den Abbruch der „Fuga a tre soggetti“ finden. Die Erklärung für diese Vorgehensweise steckt in der Person des Autors selbst: er ist Jurist und Musikwissenschaftler. Die Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach – Contrapunctus I mit Daniil Trifonov am Klavier Kriminalgeschichte einer Fuge Meinolf Brüser führt den Leser seines Buches durch eine Art Kriminalgeschichte über den Fall „Kunst der Fuge“. Schritt für Schritt schließt er alternative Hypothesen aus, überprüft zahlreiche Details, indem er sorgfältig die Gestaltung der erhaltenen Druckvorlagen und des Autografs der Kunst der Fuge unter die Lupe nimmt. In seinem Fokus stehen vor allem Besonderheiten, kleine Kritzeleien oder Fehler auf dem Papier, die von der Norm abweichen. So kommt er schließlich zu einem verblüffenden Ergebnis: „ Bach inszeniert im Abbruch der Fuge metamusikalisch das Ende des eigenen Komponierens und thematisiert damit menschliche Unvollkommenheit vor Gott und damit den Vanitasgedanken. Der Schlüssel zum Verständnis dieser Konstruktion liegt in der als bewusst gefertigt zu erkennenden fehlerhaften Rastrierung.“ Damit meint Meinolf Brüser eine Stelle auf dem Blatt mit der abbrechenden Fuge, wo eine der fünf Notenlinien fehlt. Bach hat dafür eine Art Gabel mit fünf Zinken verwendet, die er dann in Tinte getaucht hat. So lassen sich leicht gerade Notenlinien auf einem Blatt Papier ziehen. An dieser zentralen Stelle im Buch wird man allerdings stutzig: reicht dieses Detail wirklich aus, um die abbrechende Fuge zu einem bewussten Statement der eigenen Unvollkommenheit zu machen? Album-Tipp zur Kunst der Fuge als Neuschöpfung Wahrheit vs. Erfindung Bach war ein gläubiger Christ und hat sicher den Gedanken der Vanitas, der eigenen Unvollkommenheit, gekannt. Aber warum sollte er diese Idee auf einem Blatt „inszenieren“ (so die Formulierung des Autors), das für nur wenige Augen bestimmt gewesen ist und mit den vermeintlich bewussten Fehlern sicherlich niemals in den Druck gegangen wäre? Meinolf Brüsers letzte Schlüsse zur Funktion der abbrechenden Fuge überzeugen nicht auf ganzer Linie. Dazu lehnt der Autor entsprechend seiner indiziellen Beweisführung die wenigen Schriftzeugnisse zur Kunst der Fuge als durchweg unwahr ab. „ Die von den Herausgebern des Drucks der Erstauflage vorangestellte ‚ Nachricht ‘ ist falsch, aber nicht frei erfunden. Sie enthält – wie falsche Geschichten häufig – einen Wahrheitskern, nämlich die von Bach inszenierte Geschichte.“ Die Kunst der Fuge erklärt Sehr lesenswert Das Buch könnte den Eindruck erwecken, dass sich Meinolf Brüser zu sehr von seinem persönlichen Bach-Bild des unangefochtenen Genies der Fuge leiten lässt. Bach kann und darf seiner Meinung nach offenbar nicht scheitern: er muss das letzte Blatt mit der abbrechenden „Fuga a tre soggetti“ mit einem übergeordneten Sinn erfüllt haben. Meinolf Brüsers Buch trägt den Titel „Es ist alles Windhauch“. Mit diesem Bibelzitat spielt er auf seine These von Bachs Inszenierung des christlichen Vanitas-Gedankens an. Ganz unabhängig davon zeigt der Autor aber eindrucksvoll auf, welche spannenden Ergebnisse sich mit kriminologischer Methodik bei musikwissenschaftlichen Fragestellungen erzielen lassen. Insgesamt also ein sehr lesenswertes Buch mit vielen neuen Detail-Erkenntnissen zu Bachs „Kunst der Fuge“. Für 39,99 Euro ist das 177 Seiten starke Buch beim Verlag Bärenreiter/Metzler oder im Handel zu haben.…
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1 Tölzer Knabenchor: Bach-Kantaten erstmals in „Entwurff“-Besetzung 5:57
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Projekt geht auf Nikolaus Harnoncourt zurück Am 7. März startete der Tölzer Knabenchor in der Münchner Himmelfahrtskirche mit einem Auftaktkonzert eine Reihe von CD- und Videoaufnahmen von Bach’schen Kantaten. Sie wollen das, was Nikolaus Harnoncourt und Gustav Leonhardt vor gut 50 Jahren mit den Tölzer und Wiener Knabenchören begonnen haben, fortsetzen. Es ist die erste Aufnahme auf CD und als Video für Social Media, die mit Knabenstimmen, historischen Instrumenten und auch noch der von Bach gewünschten Chorbesetzung aufwartet: der sogenannten Entwurff-Besetzung.…
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1 Die Geschichte der Sarabande: Musik von tanzenden Sklaven schafft es bis in Bachs Passionen 5:51
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Langsamer Satz der barocken Tanz-Suite Leichte Eins, betonte Zwei: Getragen und würdevoll, so kommt die Sarabande in d-Moll von Georg Friedrich Händel daher: Wir kennen die Sarabande heute vor allem als langsamen Satz der barocken Tanz-Suite mit elegantem Nachdruck. Sarabande beziehungsweise Sarabanda: Was bedeutet das eigentlich? Sarabanda ist das schönste Missverständnis der Musikgeschichte. Quelle: Rubén Dubrovsky, künstlerischer Leiter des Bach Consorts Wien Indizien für nicht-europäische Herkunft Und nicht nur ein Missverständnis, sondern sogar ein Mysterium, wenn man ins Lexikon „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ schaut. Dort heißt es gleich zu Beginn des Artikels zur Sarabande: „Seit dem 17. Jahrhundert wurde über die Herkunft des Wortes Sarabande spekuliert. […] Ebenso wie die Herkunft des Terminus ist die des Tanzes umstritten, grundsätzlich kommt die iberische Halbinsel wie auch Mittelamerika in Frage, wobei die Indizien eher für die erste Hypothese sprechen.“ Und obwohl es Indizien für eine nicht-europäische Herkunft des Tanzes gibt, konzentriert sich der restliche Artikel auf die besser belegbare europäische Tradition der Sarabande. Geschichtsschreibung aus europäischer Sicht Auch Rubén Dubrovsky ist klar, dass Wissenschaft ohne Noten und geschriebene Quellen schwierig ist. Aber die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird, ist für ihn ein Zeichen von größeren historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Man könne immer wieder beobachten, dass Geschichte von denen geschrieben werde, die gewonnen haben. Er selbst sei in Buenos Aires aufgewachsen, habe aber Musikgeschichte aus europäischer Sicht gelernt. Aus Lateinamerika bis nach Deutschland Hätte man sich in Deutschland in der Zeit Bachs danach erkundigt, woher die Sarabande kommt, wäre die Antwort gewesen: aus Frankreich. In Frankreich hätte man auf Spanien verwiesen und die Spanier hätten zugegeben, dass der Tanz aus der neuen Welt käme und inquisitorisch verfolgt würde. Wie kam Bach dann überhaupt an die Sarabande, wenn diese doch verboten war? Und warum verbietet die Kirche überhaupt den Tanz? Die Sarabanda war nicht immer so, wie wir sie heute von Bach und anderen Komponisten kennen, sondern eher so: Sarabanda ist eine Gottheit aus Afrika Weit entfernt von den europäischen Höfen hat dieser Tanz seinen Ursprung. Und sehr früh entsteht das Missverständnis, von dem Rubén Dubrovsky spricht: „Sarabanda ist gar kein Musikstück. Sarabanda ist eine Gottheit aus Afrika und an diese Gottheit haben die Afrikaner am Feld gebetet, in Mexiko in dem Fall, mit Rhythmus, mit Tanzen, mit Trommeln und mit Singen. Sarabanda ist eine Gottheit, die die Reisenden beschützt. Und was für eine logische Wahl, wenn man aus Afrika eine Zwangsreise unternehmen muss.“ Das Wort „Sarabanda“ war laut Dubrovsky so prägnant, dass es als Titel für diesen Rhythmus übernommen wurde. Die Verbindung zur ursprünglichen Religion besteht allerdings weiter und weil die Inquisition damals das Ziel hatte, andere Religion auszulöschen, wurde der Tanz kurzweg verboten. Sarabandas bei Bach Ein theoretisches Verbot, kann die Musik aber nicht aufhalten. Die Sarabanda schafft es über Italien und Frankreich nach Deutschland. Mit der Zeit wurde nur das Tempo langsamer. Was bleibt ist die markante Betonung des zweiten Schlages. In den tollsten Kirchenmusikstücken von Bach, in seinen Passionen, kommen Sarabandas vor. Quelle: Rubén Dubrovsky, künstlerischer Leiter des Bach Consorts Wien Wie erstaunlich, dass die sakrale Musik der tanzenden Sklaven es mit Bachs Passionen bis ins Zentrum der christlichen Kirchenmusik geschafft hat. Und bitter, dass wir trotz Forschung heute nicht sicher wissen, dass sie ihren Ursprung wahrscheinlich bei den Gesängen und Tänzen von Sklaven hatte.…
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1 Digitalexpertin Julia Merz: Klassik-Influencer haben Potential 8:36
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Julia Merz, Expertin für Digitale Kommunikation und Influencer-Marketing, erklärt: „In der Klassik ist es oft schwierig, Dinge ganz knapp herunterzubrechen.“ Social-Media-Videos müssen in wenigen Sekunden ihre Zuschauer ködern. Da bleibt oft nicht viel Zeit für kompliziertere Themenansätze oder tiefgreifende Werkinterpretationen. Millionen Klicks mit Innenstadt-Aktionen und Challenges International erfolgreich ist etwa der 36-jährige taiwanesisch-australische Violinist Ray Chen, der auf Instagram über eine Millionen Follower mit seinen Videos erreicht, die ihn bei Orchesterproben zeigen oder bei Musik-Aktionen an belebten Orten wie Innenstädten oder Bahnhöfen. Ein Video eines Spontankonzerts wurde etwa über 12 Millionen mal geklickt: Der 21-jährige Deutsche Louis Philippson (knapp 800.000 Follower auf TikTok) begeistert sein Publikum hingegen mit Challenges, bei denen er sich nach Gehör in kürzester Zeit Musikstücke auf dem Piano beibringt: Die Elbphilharmonie hat einen „Creator in Residence“ Beeindruckend sei es auch, wenn Influencer wie die Komponistin Nahre Sol oder Marti Fischer über klassische Inhalte sprechen und mit ihrem Fachwissen und ihrer Leidenschaft für die Musik begeistern können. Nahre Sol (790.000 Follower auf YouTube) ist aktuell Creator in Residence an der Elbphilharmonie und bringt so wieder ihre Social-Media-Kenntnisse in den Konzertalltag ein. Marti Fischer, der im vergangenen Jahr gemeinsam mit Kabarettist Bodo Wartke mit dem Song „Barbaras Rhabarberbar“ viral ging (14 Millionen Aufrufe auf YouTube), sei zwar kein alleiniger Klassik-Influencer, er schaffe es aber, verschiedene Musik-Genres, darunter auch die Klassik, für eine neue Zielgruppe verständlich aufzubereiten. Pianisten und Geiger als Influencer – Mit klassischer Musik zum TikTok-Star…
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1 Matthias Goerne mit der Michelangelo-Suite von Schostakowitsch: „Voll glaubwürdiger Innigkeit“ 5:44
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Sucht man in der Musikgeschichte nach den düstersten Bekenntnissen am Ende eines Komponisten-Lebens, so landet man im 20. Jahrhundert schnell bei Dmitri Schostakowitsch. Rund ein Jahr vor seinem Tod schreibt er eine Suite nach Gedichten von Michelangelo, deren Inhalt ständig von Trauer, Verlust und Tod erzählt. Ein zutiefst eindringliches Werk, das jetzt der Bariton Matthias Goerne an der Seite des Orchestre Philharmonique de Radio France aufgenommen hat.…
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1 „Maurice Ravel ist unerreichbar“: Die Pianistin Marina Baranova zum 150. Geburtstag des Komponisten 9:32
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„Unerreichbar“ fällt der Pianistin und Komponistin Marina Baranova ein, wenn sie Maurice Ravel und seine Musik in einem Wort beschreiben soll. In SWR Kultur erzählt sie von den Farben, Freuden und Herausforderungen auf ihrem neuen Album „Salon de Ravel“, das am 7. März, dem 150. Geburtstag des Komponisten, erscheint. Darauf hat sie, inspiriert von Ravel, auch selbst komponiert und improvisiert.…
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1 Einfach überzeugend: Das Simply Quartet mit Mendelssohn und Dvořák 5:39
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Radikal! So klingt Felix Mendelssohns letztes Streichquartett in der Interpretation des Simply Quartet. Mendelssohn beklagt hier den Tod seiner Schwester Fanny. Und ist am Boden zerstört. Doch kaum hat er sich etwas beruhigt, scheint sein Kopf wieder vor tausend Stimmen zu zerspringen. Radikaler als das Simply Quartet kann man diesen Beginn kaum gestalten. Es scheint, als ob einer den Verstand verloren habe. Das Frappierende aber ist: Das Ensemble spielt gleichwohl immer noch Mendelssohn, es wahrt den unverwechselbaren Tonfall seiner Klangsprache, auch wenn sie in eine absurde Welt geraten ist. Alles bleibt klar und durchgezeichnet bis in die letzten nervösen Zuckungen. Und die Raserei setzt sich im zweiten Satz fort. Ein Existenzkampf ist das. Mit einer schaurigen Floskel am Ende: Das Simply Quartet bringt sie wie ein lapidares „Und so weiter“. Natürlich hört man da noch die klassischen Formen und die Hochkultur, die Mendelssohn geprägt haben. Aber das Ensemble setzt sie einem Prozess der Selbstzerstörung aus. Bis zur Eintönigkeit wiederholt es die Phrasen und stampft den Tanzrhythmus nieder. Dvořáks Verletzlichkeit Wird Mendelssohn so musiziert, dann könnte man meinen, er habe mit diesem Quartett kurz vor seinem eigenen Tod sein ganzes Lebenswerk in Frage gestellt. Das Simply Quartet versteht sich auf die Extreme. Denn wie aus dem Nichts eröffnet es den langsamen Satz in Antonín Dvořáks spätem G-Dur-Quartett. Doch der Klang weitet und steigert sich bis zur rauen, farbsatten Üppigkeit. Und dann läuft der Prozess wieder zurück, ins Piano. Wie ein Akkordeon klingt das. Aber der Ton zeigt eine Verletzlichkeit. Als Dvořák sein letztes Quartett komponierte, befand er sich im Abendrot seiner Laufbahn. Erstaunlich, mit welchem Feingefühl dieses noch so junge Ensemble seinen Seelenzustand trifft. Und was entlocken die Vier nicht alles dem Scherzo: Das ist eine Fanfare. Doch wird sie gleich verschattet. Atemberaubend präzis, scharf und schneidend intoniert da das Simply Quartet. Aber es entstehen dabei sonderbare Gebilde aus Melodiefragmenten und Repetitionen. Als würde die Wahrnehmung zersplittern. Und dann fällt der Klang in sich zusammen. Was für eine Wandlungsfähigkeit zeigt dieses Ensemble! Grenzenlos Aber natürlich versteht sich das Simply Quartet auch auf den musikantischen Dvořák. Zum guten Schluss triumphiert die Lebensfreude, der übermütige Spaß und die Lust an der eigenen Virtuosität. Diesem jungen Streichquartett scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein – und man darf gespannt sein, was noch alles kommt.…
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Das gute, alte Papier Einmal habe ich beim Festival im schweizerischen Luzern etwas Merkwürdiges erlebt: Neben mir saß ein älteres Ehepaar, offenbar wohlbetucht, denn pro Platz waren da um die 200 Franken fällig – und die beiden Herrschaften lasen das Konzertprogrammheft auf einem DIN A 4-Zettel, den sie sich ausgedruckt hatten. Zweimal gefaltet und in die Innentasche des edlen Anzugs gesteckt. Das war nicht nur eine köstliche helvetische Miniatur: diese liebenswerte Mischung aus Wohlstand und Sparsamkeit. Es zeigte auch, wie sehr viele von uns am guten, alten Papier hängen. Denn hätte das Schweizer Paar das Programm nicht auch direkt im Internet lesen können, statt es auszudrucken? Aber auf Papier ist es irgendwie etwas anderes – und wenn es auch ein übriggebliebenes Schmierblatt ist, das auf der Rückseite schon bedruckt war. Einsparpotenzial Grundsätzlich aber geht der Trend zum E-Programmheft. „Die nächste Evolutions-Stufe in der digitalen Vermarktung von Veranstaltungen“: So preist ein Anbieter seine Dienstleistung an, sein – Zitat – „multimediales Ökosystem“. Der offensichtlichste Vorteil ist natürlich der Ressourcenschutz, das Einsparen von Papier und Druckertinte und auch einfach Kosten. Die Argumente fürs E gehen aber darüber hinaus: Man kann sich schon vor dem Konzerttermin zuhause vorbereiten, wenn man möchte, und so das Musikerlebnis vertiefen. Nicht nur lesend, sondern auch durch eingebundene Videos oder Hörbeispiele. Das ist toll. Da sind neue Medien und klassische Musik keine Widersprüche, im Gegenteil: Auch unsere Beschäftigung mit Bach, Beethoven und Brahms profitiert von der Digitalisierung. Prä-Internet-Generation Aber es ist eben auch wie mit dem strikt bargeldlosen Fahrscheinkauf im Bus: Es fallen beim Fortschritt immer ein paar Benutzer durchs Raster. Und zwar gerade die, die sich nicht lauthals im Internet beschweren. Barrierefreiheit sollte immer auch für altmodische Menschen gelten, die für andere „von gestern und vorgestern“ scheinen. Beim Busfahren sind das die, die keine Kreditkarte haben – aus welchen Gründen auch immer. Und beim digitalen Programmheft sind es die, die noch immer ohne Internet durchs Leben gehen. Ein passender Mittelweg Für die schneidigen Bewohner des „multimedialen Ökosystems“ mag es unvorstellbar scheinen, dass es noch undigitalisierte menschliche Lebenswesen gibt. Aber diese Exoten existieren, tatsächlich, ich kenne selbst welche. Sogar einige treue Abonnenten von Konzertreihen oder Opernhäusern sind darunter. Und nicht jeder von denen hat eine nette Enkelin, die für Oma und Opa ausdruckt, was gebraucht wird. Darum muss man ja nicht gleich dazu zurückkehren, wieder für jede Veranstaltung ein todschickes, glänzendes Programmheft zu drucken, das dann nach Konzertende im Papiermüll landet. Warum nicht mal ein bisschen unkomplizierter denken? Man könnte zum Beispiel für Abonnenten gleich bei der Bestellung die Option anbieten, dass sie auf Wunsch das ausgedruckte Programmheft nach Hause geschickt bekommen. Ganz simpel, auf DIN A 4. Und auf Kosten des Absenders – das ist für den Veranstalter immer noch eine vielfache Ersparnis zum klassischen Programmheft und wäre doch eine freundliche Geste. Und auch für den Besucher eine Ersparnis von zwei bis drei Euro; oder eben Franken – ein Angebot, das auch preisbewusste Schweizer Millionäre überzeugt!…
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Das Orchester als Maschinerie Die entscheidende Inspiration für sein berühmtestes Werk lässt lange auf sich warten. Maurice Ravel fühlt sich von der Tänzerin Ida Rubinstein, die ihn mit einem Ballett beauftragt hat, von dem sie sich wünscht, dass es voller Kraft und Erotik sei, überfordert. Bis zur geplanten Uraufführung läuft ihm die Zeit davon. Der Film „Boléro“ erzählt die schwierige Geburt dieses Werks, das Ravel schließlich nach dem Besuch einer Fabrik unter dem Eindruck der gleichmäßig ratternden Maschinen schrieb. Bunte Musikauswahl Aber nicht nur das Erfolgsstück, das Ravel zunächst selbst gar nicht als ein Meisterwerk erachtet, sondern auch zahlreiche andere Stücke aus seinem Oeuvre erhalten im Film Raum: die Orchesterwerke „Pavane pour une infante défunte“, „La Valse“, „Ma mère l’Oye“ sowie das Klavierkonzert in G-Dur und zahlreiche Klavierstücke, darunter Le Gibet aus dem Zyklus Gaspard de la nuit oder die „Sérénade Grotesque“. Im Zentrum steht der Komponist selbst, in dem die Regisseurin einen ungewöhnlichen Menschen ausmacht. Die neurologische Krankheit, die ihm in seinen letzten Lebensjahren zu schaffen machte, resultiert hier nicht erst aus dem Unfall, den Ravel 1932 als Fahrgast eines Taxis erlitt. Düstere Zukunftsvisionen überschatten sein Leben bereits Jahre zuvor in einer Orchesterprobe. Wenn er zu Beginn des Films seinen Valse dirigiert und abbricht, wirkt er bereits verloren. Darin erkenne ich die ersten Symptome für seine Krankheit. Quelle: Anne Fontaine, Regisseurin des Films „Boléro“ Das fünfmalige Scheitern beim Prix de Rome, dem damals bedeutendsten Wettbewerb für französische Künstler, sowie der Tod der Mutter während seines Genesungsurlaubs von der Front im Ersten Weltkrieg hatten gewiss einen Teil an Ravels Melancholie. Eine Liebe nur für die Musik Raphaël Personnaz verkörpert den Protagonisten überzeugend als einen introvertierten Charakter. Seinen Zugang zu ihm fand er vor allem über das Spielen von Ravels Musik. Ein Jahr hat er dafür Klavierunterricht genommen und sich inspirieren lassen von dem Pianisten Alexandre Tharaud, der viele Titel für den Film eingespielt hat. Zu entdecken gilt es bei alledem einen sonderbaren Mann ohne Verlangen nach Sexualität. Noch nicht einmal seine Muse Misia, zu der sich Ravel emotional stark hingezogen fühlt, vermag ihn zu verführen. Ich würde sie küssen können und müsste lügen, um zu sagen, ich würde keine Lust verspüren. Aber das würde jeder Mann einfach tun. Ich bevorzuge es, Musik für sie zu schreiben. Quelle: Maurice Ravel im Film „Boléro“ Darüber, ob Ravel homosexuell gewesen sein mag, wie einige seiner Biografen mutmaßen, spekuliert Anne Fontaine nicht. Vielmehr deutet sie subtil an, dass die erotische Fantasie des Komponisten allein von der Musik beflügelt wurde. Darin liegt der Reiz ihres anspruchsvollen, zarten, geheimnisvollen Films, der sich mit eleganten Bildern aus der Belle Epoque auch der großen Leinwand empfiehlt.…
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1 „Mit Ventilen versehenes Posthorn“: Willi Budde und seine Kornett-Sammlung 9:14
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Sehr vereinzelt stößt man in der Musikszene auf ein Kornett – sieht aus wie eine Trompete, klingt eher wie ein Horn – was zeichnet das Instrument genau aus und wie klingt es? Experte Willi Budde ist Musiker und leidenschaftlicher Kornettsammler und erklärt: Es ist wie ein „mit Ventilen versehenes Posthorn“. Mehr über seine 200 Sammlungsstücke gibt es im SWR Kultur Musikgespräch zu hören.…
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1 Laura Vega: „Galdosiana“ – Die Musik einer Vulkaninsel 5:08
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Die Komponistin Laura Vega ist mittlerweile eine der bekanntesten Künstlerinnen der Kanaren – ihre Werke werden international gespielt, und doch bleibt sie ihrer Heimatinsel treu. Seit zwei Jahren unterrichtet sie am Musikkonservatorium in Las Palmas auf Gran Canaria. Mit dem Album „Galdosiana“ haben jetzt drei Interpretinnen – die Dirigentin Lucía Marín, die Pianistin Marta Zabaleta und die Gitarristin Maria Esther Guzmán – drei Werke von Laura Vega interpretiert, zusammen mit dem Orquesta Sinfónica de Navarra. Making-Of Video zum Album „Galdosiana“…
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